Endlich waren wir am Meer, noch besser: Wir waren auf einer Insel. 🙂 Ich habe mich vom ersten Augenblick in Koh Tao verliebt. Als ich nach unserer Ankunft an der Strandpromenade von Sairee Beach entlang schlenderte und mir die Umgebung von unserer Unterkunft anschaute, in dem Moment war ich vollends glücklich und zufrieden.
Joachim musste leider diesmal auf dem Zimmer bleiben, da es ihm nicht so gut ging. Wir übernachteten in den Unterkünften der Tauchschule, die man kostenlos zum Kurs dazu bekam. Die Kurse machten wir bei Ban’s Diving. Ich musste erstmal tauchen lernen und machte den Open Water Kurs (Anfänger) und Joachims Open Water Advanced (Fortgeschrittene) fing zwei Tage später an. Das war gut für ihn, so konnte er sich erstmal ein bisschen erholen.
Für mich ging schon am ersten Abend mein Tauchkurs für den Open Water Diver los. Ich musste Papierkram wie das Ausfüllen eines Gesundheitsfragebogens etc. machen und wir schauten einen PADI-Lehrfilm zu dem wir „Hausaufgaben“ bekamen.
Meine Kursgruppe bestand aus insgesamt 5 Tauchschülern und dem Tauchlehrer Jason. Das war eine sehr angenehme Gruppengröße, wie ich finde. Am nächsten Morgen ging es dann um 8 Uhr direkt in den Pool und bevor wir tauchen durften, mussten wir ein paar Bahnen schwimmen um zu beweisen, dass wir überhaupt schwimmen können. Jason erzählte uns, dass einige Chinesen zum Tauchkurs kommen, aber gar nicht schwimmen können. Die müssen dann erstmal zwei Tage Schwimmkurs vor dem Tauchen machen.
Nachdem wir das ganze Equipment erklärt bekommen und zweimal zusammengebaut haben, durften wir in den Pool springen. Die ersten Atemzüge unter Wasser waren schon ungewohnt. Im Pool machten wir dann alle Übungen, die wir später auch im Meer machen mussten, zum Beispiel den Atemregler rausnehmen, die Taucherbrille ausziehen (meine schwerste Übung, da ich ja gerne die Nase zuhalte beim Tauchen) und noch ein paar andere.
Am Nachmittag stand dann wieder Theorieunterricht an, aber unser Tauchlehrer erklärte uns alles sehr anschaulich und unterhaltsam, so dass der Unterricht echt Spaß machte. Nur der letzte Teil vom PADI-Lernfilm war wieder etwas langweilig.

Am nächsten Tag durften wir dann ins Meer tauchen. Beim ersten Sprung vom Boot war ich schon sehr aufgeregt, aber alles klappte super. Das Wasser vom Meer war so klar, man konnte sehr weit sehen, die Sichtweite betrug zirka 25 Meter. Außerdem durften wir ohne Neopren nur mit Badesachen tauchen, da die Wassertemperatur 29 Grad betrug. Für den Open Water Diver musste ich vier Tauchgänge im Meer (2 am Tag) bis zu 18 Meter Tiefe, die Übungen aus dem Pool auch im Meer und eine kleine Theorieprüfung machen. Wir lernten mit dem Kompass und dem Tauchcomputer umzugehen und ein bisschen über die Fischwelt von Koh Tao.
Hier mal ein paar Eindrücke vom letzten Tag des Kurses, viel Spaß beim Schauen 🙂 : Video OW Maike
(Das Video ist leider ohne Musik… blöde Musikrechte, also stellt euch beim Ansehen gute Musik an!)
Das Tauchen hat mir dann soviel Spaß gemacht, dass ich direkt im Anschluss auch den OW Advanced Kurs machen wollte und mich dafür anmeldete.
Die Gruppe für den Advanced war bis auf einer Person dieselbe wie beim Open Water Kurs. Und das Beste: auch der Tauchlehrer Jason war derselbe. Ich freute mich sehr, da mir die Art wie er erklärte und mit uns tauchte sehr gefiel.
Der erste Tauchgang ging dann auch schon direkt bis 30 Meter Tiefe runter, das ist die maximale Tiefe, die man als Advanced später tauchen darf. Vor dem Tauchgang sahen wir vom Boot Delphine! (Leider waren die bis wir fertig im Equipment waren wieder weg 😦 )
In 30 Meter war es dann schon etwas kälter (gefühlt 5 Grad, tatsächlich 1-2 Grad) und die Sichtweite betrug nur noch etwa 5 Meter. Wir sollten dann in der Tiefe ein paar Rechenaufgaben lösen, um den Tiefenrausch zu testen. Außerdem zeigte Jason uns eine Tomate und ich dachte es sei eine Pflaume, da sie durch den Farbverlust sehr lila war. (Unter Wasser verschwindet rot als erstes.)
Mit zum Advanced-Tauchen gehört auch, dass man alleine nur mit Buddy tauchen kann, also mussten wir bei einem Tauchgang in Zweiterteams losziehen und nach einer selbst gezeichneten Karte und mit Kompass navigieren. Sehr spannend, wenn man damit über Wasser schon manchmal Probleme hat. 😉 Aber dank meinem Buddy Philip klappte es gut und wir kamen wieder am Boot an und haben alles gesehen, was wir sehen wollten.
Ein sehr spannender Tauchgang war auch das Nachttauchen. Nachts sind andere Fische aktiv als tags, man kann zum Beispiel auch Barracudas jagen sehen. Mein Highlight war aber neben dem Leuchtplankton ein kleiner Octopus! Total wunderschön wie er die Farben beim Fortbewegen wechselte.
Wir haben insgesamt sehr viele Fische gesehen, ich liste mal ein paar kleine Highlights auf: Riesenzackenbarsche, Barracudas, Schwarm Babybarracudas, Kugelfisch, Triggerfisch, Blaupunktstachelrochen und viele viele bunte Fischis!
Während ich meinen Advanced-Tauchkurs machte, hat Joachim übrigens einen Freediving Kurs absolviert. Beim Freediving taucht man ganz ohne Sauerstoffflasche. Er kam runter bis auf 20 Meter! Jetzt liegt er manchmal neben mir und hält minutenlang die Luft zum Trainieren an. 😉
Nun habe ich soviel übers Tauchen geschrieben, dass ich für die restlichen Tage auf Koh Tao lieber einen eigenen Blogeintrag mache. Wir waren ja noch ein bisschen länger dort und haben nach dem Tauchen auch noch andere Aktivitäten gemacht. 🙂